Startschuss für die Sektionsmeisterschaften: 22 künftige Schreiner aus Ob- und Nidwalden stellten je ein «Tischli mit Tablett» her. Der Kampf um die Punkte war die Vorqualifikation für höhere Aufgaben.
Robert Hess, Neue Nidwaldner Zeitung, 31. Oktober 2011
Die 22 lernenden Schreiner des dritten Lehrjahres sind für Samstag von der Sektion Unterwalden des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten nach Kerns aufgeboten worden. Die alle zwei Jahre stattfindende Sektionsmeisterschaft gilt als Vorqualifikation für die Regionalmeisterschaften, die Schreiner-Nationalmannschaft sowie die Schweizer und Weltmeisterschaften. Bis zu einem der grossen Ziele ist es allerdings ein langer und harter Weg. So kommen nur die beiden Besten der Vorqualifikation vom Samstag in die nächste Runde, die regionale Schreiner-Meisterschaft von Anfang 2012. Wer auch diese Hürde schafft, kämpft im Zeitraum Mai bis September 2012 um die Qualifikation für die Schreiner-Nationalmannschaft. Nächste Schritte wären die Schweizer Meisterschaft im November 2012 in Genf und schliesslich die Berufsweltmeisterschaft vom Juli 2013 in Leipzig.

Angehende Schreiner zeigten in Kerns ihr Können (Foto: Robert Hess).
Dass die Trauben für die Teilnahme an weiteren Wettkämpfen sehr hoch hängen, waren sich Lernende und Lehrmeister bewusst. «Doch ist ein solcher Wettkampf für alle eine wertvolle Standortbestimmung im Hinblick auf die Zwischenprüfung gegen Ende des dritten Lehrjahres», sagte Lucky Röthlin von der gastgebenden Bau- und Möbelschreinerei Röthlin & Co. in Kerns. «Wettkampfluft schnuppern tut jedem Lernenden gut», ergänzte Ueli Schälin, Lehrlingsbetreuer der Sektion Unterwalden. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb die Teilnahme an der Vorqualifikation obligatorisch ist. «Zudem», so Schälin weiter, «können an solchen Anlässen auch Schüler und Jugendliche auf Lehrstellensuche in ungezwungener Atmosphäre Schreiner-Luft schnuppern und Kontakte knüpfen.»
Präzision und Effizienz gefragt
Die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten am Samstag in einer bestimmten Zeit das gleiche Werkstück, ein «Tischli mit Tablett», herstellen. «Dabei kommen alle Fertigkeiten, die während der Ausbildungszeit vermittelt werden, zum Tragen: Präzision, Effizienz sowie ein entsprechendes Arbeitszeit-Management», erklärte Lehrlingsbetreuer Schälin. So gelang es einigen nicht, das Stück in der vorgegebenen Zeitspanne abzuliefern, was zu Punkteabzügen führte.
Dann gab Ueli Schälin die mit Spannung erwarteten Namen der ersten drei bekannt: Bei einem Maximum von 100 Punkten holte sich Adrian Käch, Kerns (Lehrbetrieb Amschwand AG, Kerns), mit 93 Punkten die Goldmedaille, vor André Rohrer, Sachseln (Fachschreinerei Läubli, Sarnen), der mit 87 Punkten Silber gewann. Die beiden nehmen an der nächsten Runde, der regionalen Schreiner-Meisterschaft, teil. Bronze ging an Manuel Käslin, Beckenried (Frank Türen AG, Buochs), mit 77 Punkten.
«Als Baustein für gute Qualität» bezeichnete der Obwaldner Bildungsdirektor Franz Enderli solche Wettkämpfe. Und gute Qualität sei für die Schweiz «sehr wichtig, um im harten Wettbewerb bestehen zu können».



