„Ehrlich gesagt sind wir dauernd überlastet.“ Christoph Bürge ist Mitglied der Geschäftsleitung und Teilinhaber einer grösseren Schreinerei, die anspruchsvolle Projekte im In- und Ausland realisiert.
Zum einen ist er dafür dankbar, dass sich das Unternehmen nach einer lebhaften Phase hervorragend positioniert hat und die Auftragsbücher – zumindest kurz- und mittelfristig – voll sind. „Auf der anderen Seite erzeugen die gute Nachfrage und die Verantwortung für 28 Mitarbeitende einen enormen Druck. Nach gesundheitlichen Signalen entschied ich mich, meine Lebensgestaltung zu überprüfen und zu optimieren.“

Überlastung im Beruf: Kleine Veränderungen - grosser Gewinn
Unterschiedliches Erleben
Wie eng Berufliches, Familie und die Zeit für sich miteinander verwoben sind und sich gegenseitig bedrängen, erkannte Christoph Bürge nach der Verantwortungsübernahme im Betrieb, der Familiengründung und am deutlichsten nach einem Urlaub, der in einen Krankenhausaufenthalt mündete. „Das harmonische Zusammenspiel vieler Faktoren ist eine Herausforderung – deshalb bat ich meine Frau, das Seminar ‚Lebensbalance statt Burnout’ mit mir zusammen an der Höheren Fachschule Bürgenstock zu besuchen.“ Jasmine Bürge, Mutter dreier Kinder, hielt eine Überprüfung ihrer eigenen Lebensführung nicht für notwendig. Sie begriff aber, dass „Vorbeugen statt heilen“ hiess, das gesamte Familien- und Berufssystem einmal gut anzuschauen. Für Christoph Bürge selbst war das Seminar weder Vorbeugung noch Heilung, sondern eine Bestätigung und Bekräftigung dessen, „was man eigentlich weiss und doch nicht tut“. Es hat ihn darin bestärkt, Verschiedenes zu verändern und damit sein Lebensgefühl zu verbessern.
Mensch im Mittelpunkt
Das Seminar half dem Ehepaar Bürge, die verschiedenen Lebensbereiche besser aufeinander abzustimmen. „Auch der ‚Werkzeugkoffer’ für die Bewältigung von Stress-Situationen ist wertvoll – etwa das bewusste Durchatmen anstelle von unüberlegter Hast.“ Neben den Ansätzen zu kleinen Veränderungen schätzten Bürges das intensive Einzelgespräch mit der Seminarleitung besonders. Christoph Bürge erkannte die Grenzen zwischen Wünsch- und Machbarem: „Die kreative Arbeit an der Entwicklung eines Projekts oder gar einer Erfindung – völlig losgelöst von materiellen und zeitlichen Zwängen – wäre schön, ist aber kaum praktikabel. Deshalb bin ich froh um den Blick von aussen auf mein Leben, der mir die realistischen Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt hat.“ Im Weiteren – und darauf legt er besonderen Wert – hat der freundschaftliche Erfahrungssaustausch mit den anderen Teilnehmenden beiden viel gebracht. „Wir sehen unser Leben aus einem neuen Blickwinkel – das ist ein grosser Gewinn!“
Quotes
- Ich stellte fest, dass die Kunden mein berufliches Leben steuern – und auch das private litt unter der Belastung. Das kann auf Dauer nicht funktionieren.
- Ich würde gerne und mit gutem Gewissen ein Timeout erleben, ohne dann Berge von Arbeit vorzufinden, und mit der Sicherheit, die Familien- und Firmenexistenz nicht zu gefährden.
- Wir erleben als Paar unsere Situation unterschiedlich, suchen aber gemeinsam den optimalen Weg.
- Ich konnte meinen Standort bestimmen und die Handlungsmöglichkeiten mit sämtlichen Konsequenzen durchdenken.
- Der freundschaftliche und offene Austausch unter den Teilnehmenden war sehr motivierend.
- Im Seminar wurden uns konkrete Instrumente zum Handling von Stress aufgezeigt, die wirklich etwas bringen.
- Einige Teilnehmende haben ganz konkrete Massnahmenpakete mit nach Hause genommen.
- Wir haben hierzulande keine unbeschränkten Handlungs- und Freiheitsspielräume. Umso wichtiger sind die kleinen Fortschritte zur Harmonisierung des Lebens.



