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Renovieren und umbauen: Der Schreiner als Erfolgsdrehscheibe

Kompetenz koordinieren, Schlagkraft erhöhen, Dienstleistung verbessern: «Networking» unter Handwerkern macht es möglich. Es gilt, berufliche Kooperationen aufzubauen und zu pflegen – das kann keiner wie der Schreiner.

«Mitenand gohts besser!» – Ob diese Binsenweisheit auch für die Handwerker vom Bau gilt, ist vor dem Hintergrund des scharfen Wettbewerbs nicht immer klar. George Horzsa, Inhaber der Horzsa Schreinerei + Innenausbau AG in Zürich, zeigt, dass es dennoch funktioniert. Er koordiniert erfolgreich ein Netzwerk von Bauhandwerkern, das überzeugt.

Erfolgsdrehscheibe

Geht als Schreiner mit einem regionalen Handwerker-Netzwerk in die Offensive: George Horzsa.

Wer macht was wie?

Horzsa hat das Seminar «Sanierungsswelle: renovieren und umbauen» an der Höheren Fachschule Bürgenstock besucht. Über das Fachliche hinaus lag für ihn der Gewinn vor allem in der branchenübergreifenden Teilnehmerschaft und damit in der Chance, berufliche Kontakte mit motivierten Bauhandwerkern zu knüpfen. Es war nützlich gewesen, gemeinsame Fragestellungen aus unterschiedlicher Sicht zu sehen, zu diskutieren und zu verstehen: «Neben Schreinern hatten wir auch Maler, Gipser, Elektriker, Bodenleger, Dachdecker und Sanitärinstallateure im Seminar. Das hat mir Einblick in ihr Denken gegeben.» George Horzsa war vorher schon im Raum Zürich mit Bauhandwerkern in loser Zusammenarbeit verbunden. Nach dem Seminar konnte er sein Netzwerk erweitern und noch enger knüpfen. «Sein» Netzwerk? «Bei kleineren Umbauprojekten gilt der Schreiner als ideale Koordinationsstelle für sämtliche Arbeiten. Ob es um eine neue Küche oder um die Neugestaltung von Wohn- oder Nassbereichen geht – er kann das Projekt mit fachübergreifendem Wissen gesamtheitlich planen und zusammen mit den befreundeten Betrieben realisieren.» Ja, und deshalb sei der Schreiner im Sinne einer Drehscheibenfunktion geradezu prädestiniert, solche Netzwerke von Bauhandwerkern ins Leben zu rufen und zu betreuen.

Hand in Hand – zugunsten aller

Der Erfolg eines Netzwerks hängt im Kern vom Vertrauen und vom echten Kooperationswillen der Betriebe ab. Wenn ein Projekt auftauche, dann könne jeder aus dem Netzwerk sagen: «Ich habe meinen Sanitär, meinen Maler, Gipser, Elektriker – oder eben meinen Schreiner.» Und das macht Eindruck! Gleichzeitig versuche jeder, für das gesamte Netzwerk Kunden zu gewinnen und Aufträge zu generieren. Zumeist übernehme dann die Schreinerei Horzsa die Kundenberatung, die Gebäudebeurteilung, die Planung und Koordination sowie die Projektleitung vor Ort. «Mit dem Besuch des Seminars und dem zusätzlichen Fachwissen ist mir die Rolle des Koordinators quasi auf den Leib geschrieben.» Selbst der Beizug von Spezialisten wie Architekten, Ingenieuren oder Fachplanern kann von einem Schreiner mit Zusatzausbildung gesteuert werden – dies als Erweiterung des Netzwerks über das Handwerkliche hinaus.

Zusammenarbeit – getrennt verrechnen

Verlässlichkeit und das «Ziehen am gleichen Strick» sind Voraussetzungen für solche Netzwerke. «Wenn etwas Unerwartetes passiert, dann sind meine Kollegen rund um die Uhr für mich da.» Das ist beruhigend zu wissen: «Wir ticken alle gleich und wollen unser Netzwerk erhalten und stärken.» Und doch kommt man sich nicht zu nahe, denn die Abrechnung erfolge strikt getrennt: «Wir treten bewusst nicht als Generalunternehmung auf, auch wenn wir dadurch vielleicht etwas teurer sind. Unsere Kunden schätzen die volle finanzielle Transparenz.» Einzelangebote statt Pauschalabrechnungen vereinfachen auch Garantie- und Haftungsfragen: «Jeder steht für seine Arbeit ein – das hat sich sowohl kundenseitig als auch für den Zusammenhalt unseres Netzwerks bewährt.»

Die Schreinerzeitung, Nummer 31-32, 4 August 2011

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