Der Computer gilt in der Schreinerei nach wie vor als wichtigste Möglichkeit zur Rationalisierung. Doch CNC-Maschinentechnik alleine macht nicht glücklich. Erst der gekonnte Umgang mit der Software holt aus den Maschinen heraus, was wirklich drinsteckt.
Herr Aschwanden, Sie sind seit vielen Jahren bei der Frank Ernst AG, Buochs, für die CNC-Technik verantwortlich. Als eingefleischter CNC-Praktiker kann man Ihnen nicht mehr viel vormachen. Dennoch haben Sie verschiedene C-Weiterbildungen auf dem Bürgenstock besucht. Warum?
Es handelte sich um Seminare zur Maschinenevaluation, zur Werkzeugtechnologie, zur Spanntechnik sowie zur Anwendung hinsichtlich Programmierung und Schnittstellen. Ich hatte mir im Selbststudium und während acht Jahren Praxis umfangreiche C-Kenntnisse erarbeitet. Dennoch habe ich mit den themenorientierten Seminaren auf dem Bürgenstock mein Know-how zusätzlich vertiefen, ergänzen und absichern können. Ausserdem kann ich mein Fachwissen mit den besuchten Seminaren nun auch belegen.

Solides Grundwissen ermöglicht dein Einstieg in die C-Technologie.
Nach acht Jahren Praxis mag das erstaunen. Gibt es ein Beispiel dafür, wo Sie als absoluter Profi doch noch zulegen konnten?
Die C-Technologien entwickeln sich nach wie vor rasant, man hat nie ausgelernt. Auch wenn ich nach jahrelanger Praxis einiges vom vermittelten Stoff schon wusste, haben mich die Ausbildungen immer wieder über die bisher nicht gekannten Möglichkeiten staunen lassen. Ein Beispielbereich sind die Schnittstellen. Hier habe ich mich nur noch gewundert, was alles machbar ist.
Häufig profitiert ja der ganze Betrieb von der gezielten Weiterbildung eines Fachmanns. Wie sieht das bei Ihnen aus?
Als gesamtbetrieblichen Nutzen kann ich mein erworbenes Wissen fundiert an meine Mitarbeiter weitergeben. Das multipliziert den Wert des Know-hows und damit auch den Rücklauf aus der zeitlichen und finanziellen Investition des Seminarsbesuchs. Zudem habe ich meinen fachlichen Horizont erweitern können, indem mir völlig unbekannte Wege in der CNC-Maschinentechnik eröffnet wurden. Wir lasten unseren Maschinenpark heute deutlich besser und gezielter aus.
Sie sprechen von der Anwendungserweiterung dank Schnittstellen und besser ausgelasteten Maschinen. Gibt es ein Beispiel, wo der Nutzen der C-Ausbildung konkret ersichtlich wird?
Ja, bei Kleinteilen, die wir immer wieder anfertigen. Ich konnte die Teile zwar fräsen, war aber mit dem Fräsresultat und dem Aufwand nicht zufrieden. Hier hat mir der Kursleiter mit seiner fundierten Erfahrung auf die Sprünge geholfen. Er zeigte mir, wie ich eine Schablone herstellen konnte. Seither stimmen Arbeitsaufwand und Fräsqualität, die Einricht- und Prozesszeiten sind um ein Vielfaches kürzer geworden. Selbst wäre ich wohl nie auf diese einfache Lösung gekommen, welche die Kleinteile massiv verbilligt hat. – Ein anderes Beispiel ist die Programmierung einer Schnittstelle, die ich einmal unter Anwendung von vier verschiedenen Programmen erstellt hatte. Im Kurs fiel es mir wie Schuppen von den Augen, wie einfach das mit einem einzigen Programm hätte gemacht werden können. Einfach, und kostengünstig.
Die C-Ausbildung als Augenöffner in einem anspruchsvollen – oft auch verwirrlichen – Fachgebiet?
Zweifellos. Augenöffner, aktueller Wegweiser und Diskussionsforum. Wir haben praktische Anliegen in den Kursen bearbeitet und optimale Lösungen mit nach Hause genommen. Die Kurse regen das technische Denken generell an, was nachhaltig in die Problemstellungen des betrieblichen Alltags einfliesst. Ausserdem hat mich die Gesprächskultur beeindruckt: Wir haben auf fachliche Fragen stets kompetente, praktisch umsetzbare Antworten bekommen und konnten aus dem Erfahrungsaustausch untereinander weiteren Nutzen ziehen. Der Wissensaustausch hat mich überzeugt, so dass ich bereits den nächsten Kursbesuch plane.
Die C-Technologie – was ist das?
Die C-Technologie ist eines der fünf Schulungsgefässe an der Höheren Fachschule Bürgenstock. Es deckt alle wichtigen Themenbereiche rund um den Einsatz der C-Technologie in den Planungs- und Produktionsprozessen einer modernen Schreinerei ab. Ob es um grundsätzliche Überlegungen zur C-Strategie geht, ob Maschinen- oder CAD-Systeme zu evaluieren sind, ob Programmierung, CAD-Anwendungen, CNC-Werkzeuge oder die optimale Spanntechnik das Thema sind – die Seminare an der Höheren Fachschule Bürgenstock stellen in intensiven und praxisorientierten Ausbildungen das notwendige Fachwissen zur Verfügung. Die Verbindung der Lehrgänge mit der eigenen Berufsrealität ist zentraler Bestandteil aller C-Ausbildungen. – Die stets aktuelle Fachkompetenz der Kursleiter auf dem Bürgenstock wird durch die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs unter den Teilnehmenden sinnvoll ergänzt. Auf dem Bürgenstock treffen sich motivierte, interessierte und offene Fachleute, um sich gemeinsam beruflich weiterzubringen.



