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Schreinermeister: Der Königsweg zum eidg. Diplom

Noch bevor die Weiterbildung zum Werkmeister ganz abgeschlossen war, trat Christoph Amschwand die Fortsetzung zum eidg. dipl. Schreinermeister an. Der 25-jährige Obwaldner bereitet sich damit auf die Geschäftsleitung vor, die er in dritter Generation weiterführen wird.

Die Schreinerzeitung, Nummer 5, 3. Februar 2011

Der Werdegang von Christoph Amschwand ist typisch für einen Sohn einer Unternehmerfamilie. Er ist sozusagen in der Schreinerei seines Vaters aufgewachsen. Zuerst war er aus Neugier dort, ab der dritten Klasse während der Ferien für das Sackgeld, nach Ende der Schule als Lernender und in Zukunft wohl als Geschäftsführer.

Sein Grossvater gründete die Schreinerei Am schwand in Kerns oberhalb von Sarnen 1957, vor 29 Jahren ging sie an seinen Vater über. Im Jahr 2006 hat das Unternehmen einen anderen Betrieb übernommen und die Anzahl der Mitarbeiter innert kurzer Zeit auf vierzig verdoppelt. Neben dem Vater arbeitet auch noch Christophs jüngerer Bruder Daniel als Abteilungsleiter und weitere Führungskraft im Betrieb.

Schreinermeister

Christoph Amschwand profitiert viel von der Weiterbildung zum Schreinermeister.

Keine Pause nach dem Werkmeister

Zwei Jahre nach der Lehre begann der junge Obwaldner an der Höheren Fachschule Bürgenstock mit der Weiterbildung zum Werkmeister. Und noch vor dem Abschluss im Frühling 2010 besuchte der 25-Jährige die ersten Module für den eidg. dipl. Schreinermeister. «Eigentlich hätte ich mir nach dem Werkmeister zwei bis drei Jahre Zeit nehmen wollen für den nächsten Schritt. Doch in der Schlussphase überzeugte mich die Schule, den Lehrgang zum Schreinermeister direkt anzuhängen.» Von den neunzehn Lehrgangsteilnehmern hat ein Drittel diese schnelle Variante gewählt. Christoph Amschwand gehört im Lehrgang zu den Jüngsten. Die ältesten Teilnehmer sind knapp über 30 Jahre alt.

Wechselspiel von Theorie und Praxis

Er absolviert die Weiterbildung in Blöcken, die jeweils einen Monat dauern. Dazwischen arbeitet er durchschnittlich zwei Monate im Betrieb. «Ich mag diesen Modus, weil sowohl die Phase an der Schule wie auch die im Betrieb jeweils intensiv ist. So kann ich mich richtig reinknien und auf das konzentrieren, was gerade ansteht.» Im Lehrgang zum Schreinermeister geht das sogar besser als vorher. «Nun arbeite ich im Büro und habe keine fixe Position. Während der Weiterbildung zum Werkmeister war das hin-gegen viel aufwendiger, weil ich damals als Projektleiter tätig war und Aufträge oft übergeben und dann wieder übernehmen musste.» Zwar erledigt Christoph Amschwand auch während der Zeit auf dem Bürgenstock ab und zu einmal am Abend oder am Wochenende dringende Aufgaben im Betrieb. Doch dies bleiben Ausnahmen. «Ein gewisser Abstand zum Beruf ist mir wichtig, damit ich den Elan aufrechterhalten kann. Für einen gesunden Ausgleich setze ich auf Jogging, das Velo und das Snowboard.»

Als Ergänzung zum Werkmeister geht die Weiterbildung zum Schreinermeister noch tiefer auf betriebswirtschaftliche Themen ein: zum Beispiel auf die Produktionsplanung und -steuerung, die Finanzen, die Betriebsorganisation sowie die Führung von Mitarbeitenden. Mit den bisherigen Modulen auf dem Bürgenstock ist der bildungshungrige Schreiner zufrieden: «Der Unterricht ist interessant, zeitgemäss gestaltet und vermittelt gute Methoden für den Einsatz im Alltag eines Unternehmens. Ich empfehle die Weiterbildung allen jungen Schreinern, die Freude daran haben, unternehmerisch tätig zu sein. Dazu gehören solche, die sich in Richtung Selbständigkeit bewegen, die die Geschäftsführung eines Betriebs übernehmen wollen oder auch solche, die sich für die Bauleitung in einer Generalunternehmung interessieren.

Eidg. Dipl. Schreinermeister/in

Schreinermeister und Schreinermeisterinnen sind Unternehmerpersönlichkeiten und Allrounder. Sie leiten als selbständige Unternehmer und Unternehmerinnen einen eigenen Betrieb oder als Mitglied der Geschäftsleitung Teilbereiche eines grösseren Betriebes. In ihre Verantwortung fallen die Führung der Verhandlungen mit Lieferanten, die finanzielle Kontrolle des gesamten Betriebes sowie die Personalführung. Die Weiterbildung kann ab Stufe Werkmeister als Vollzeitlehrgang, in Monatsblöcken oder in Form einzelner Module absolviert werden.

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